19 March 2011

To strike or not to strike / Streiken oder nicht - das ist hier die Frage

When I left the office yesterday, everyone was making plans how to cope with the strike that had been announced for coming Monday. It was to involve mainly lorry drivers, but also the guys that drive the buses, trains taxis, garbage trucks – well, basically is was going to shut down transport and the delivery system all over the country. So the colleagues without a car were planning to take their laptop home to work from there, but also to stock up on groceries in case the supermarkets would run out of wares.

The reason for the strike, believe it or not: Obviously, the Swiss are investigating a case of money laundering at the moment and had asked Argentinean Federal Judge Norberto Oyarbide to provide information related to Hugo Moyano, the head of the truck driver union. He was pissed of, the whole issue was taken to a higher level and the strike was announced – which was also going to hurt the press, that had in the past written so many bad things about the unions.

No one knows what went on behind the scenes – at leat not me -, but in the meantime the strike has been called off. Perhaps a letter by the Swiss calmed the incensed Moyano, stating that he was not under investigation. Or perhaps Christina intervened ... No matter what, I am happy that the strike has been warded off for now – and I will never again complain about the strikes of the Deutsche Bundesbahn at home. Those guys at least do it for a real and democratic reason.


Als ich gestern aus dem Büro bin, waren die Kollegen dabei zu überlegen, wie sie mit dem Streik am kommenden Montag umgehen werden. Der Streik sollte vor allem die LKW-Fahrer betreffen, aber auch die Busfahrer, die Zugführer, die Taxifahrer, die Müllmänner – im Grunde sollte die Aktion das gesamte öffentliche Transportwesen des Landes lahmlegen. Also planten die Kollegen ohne Auto, den Laptop mitzunehmen und am Montag von Zuhause zu arbeiten. Sie gaben mir aber auch den Rat, noch einmal den Kühlschrank vollzumachen, für den Fall, dass es Engpässe gibt.

Den Grund für den Streik werdet ihr kaum glauben. Anscheinend untersucht die Schweiz momentan einen Fall von Geldwäsche und hatte bei dem argentinischen Richter Norberto Oyarbide Informationen über Hugo Moyano angefordert, den Chef der hiesigen Lastwagenfahrergewerkschaft. Der war darüber sauer, die ganze Angelegenheit landete auf einer höheren Ebene und der Streik wurde ausgerufen – der auch der Presse Schaden zufügen würde, die in der Vergangen immer so gemeine Sachen über die Gewerkschaften geschrieben hatte.

Niemand weiß, was im Hintergrund abgelaufen ist – zumindest ich nicht -, aber der Streik ist inzwischen abgeblasen worden. Vielleicht hat ein Brief der Schweizer den erbosten Moyano besänftigt, in dem klargestellt wurde, dass er nicht Gegenstand von Ermittlungen ist. Vielleicht hat auch Christina ein Machtwort gesprochen. Ich bin jedenfalls froh, dass der Streik für’s erste abgewendet ist – und ich werde mich nie wieder über die Streiks der Deutschen Bundesbahn beschweren. Zumindest streiken die Jungs aus einem echten und demokratischen Grund.

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