21 May 2012

Von wegen Singing in the rain

Ich sitze gerade in der Flughafenlounge auf dem Weg nach Deutschland, und das Wetter macht mir den Abschied leicht. Der Himmel war schon den ganzen Tag grau verhangen, die Luftfeuchtigkeit liegt bei geschmeidigen 91 % und Buenos Aires sah durch das Fenster des Taxis nach Ezeiza regelrecht deprimierend und traurig aus. Ja, auch wenn wir hier unten generell ein angenehmeres Klima haben als in einer deutschen Durchschnittsstadt kriegen wir doch einiges an Regen ab. Der kann manchmal einfach nur dahintröpfeln wie es heute der Fall war, doch er kann auch Tropensturm-mäßig vom Himmel prasseln.

Bis vor ein paar Wochen hatte ich das Glück, dass ich während dieser Wolkenbrüche im Büro oder Zuhause war und das Schauspiel warm und trocken und mit einer Tasse Tee bewaffnet hinter der Fensterscheibe beobachten konnte. Aber irgendwann musste meine Glückssträhne ja zu Ende gehen.

An diesem Tag hatte ich zu allem Überfluss auch noch einen Zahnarzttermin. Ich fuhr mit dem Zug nach Hause, um dann von dort zur Praxis zu starten. Auf der ersten Etappe tröpfelte es einigermaßen harmlos vom Himmel, so dass ich zu Hause nur trockene Schuhe und Jeans anziehen musste. Doch als ich nach einem schnellen Snack und dem Zähneputzen wieder vor die Tür trat regnete es keine Bindfäden sondern ganze Wollknäuel.

In der einen Hand den größten Schirm den wir besitzen und in der anderen die Schlüssel, mit der ich das Tor zuschließen musste, wurde mir sehr schnell klar, dass das kein Spaß werden würde. Und als ich an der ersten Kreuzung versuchte, die Straße zu überqueren und dabei bis über die Knöchel in einer Pfütze versank, kam ich mir vor wie ein Darsteller in einem Katastrophenfilm – mit dem Titel “Das Sturmflutmonster Teil 1-3“.

Man wurde schlicht und ergreifend pitschnass, und das nicht nur von oben sondern auch von unten. Wahre Sturzbäche liefen die Straßen entlang, und ich schwöre, es trieb tatsächlich eine leere Flasche im Rinnstein an mir  vorbei. Zum Glück ohne die Ratte aus dem Trickfilm, die sich zur Rettung an den Flaschenhals klammerte. Ich überlegt, den Zahnarzttermin abzusagen, aber es war einfach unmöglich, das Handy aus der Tasche zu holen, ohne den Schirm sinken zu lassen. Also ging ich weiter in Richtung des Bahnhofes von Martinez, wo ich den Zug nach Acassuso nehmen und von dort zur Zahnärztin gehen wollte.

Als ich am Bahnhof ankam, hatte der Regen zwar nachgelassen, aber alle Passagiere waren völlig durchnäßt. Mich konnte nicht einmal die Tatsache von der schwappenden Pfütze in meinen Turnschuhen ablenken, dass ich die Zugfahrt nicht bezahlen musste, da die Durchreiche für den Austausch von Geld und Ticket komplett vollgelaufen war.
  
Zum Glück verlief die Kontrolluntersuchung beim Zahnarzt ohne Vorkommnisse oder Reparaturen. Aber ratet mal … genau: als ich die Praxis verließ, hatte es wieder zu regnen angefangen.  

Als ich nach Hause kam nahm ich also eine heiße Dusche, hängte meine Sachen zum Trocknen auf und kochte mir eine schöne Tasse Tee, mit der ich es mir am Fenster bequem machte und den restlichen Regenguß im Warmen und Trockenen beobachte – was eindeutig die bessere Methode ist.

1 comment:

  1. schau mal bei Gelegenheit bei meinem Blog vorbei, ich habe Dir dort etwas hinterlassen.

    http://michaela-deralltglichewahnsinn.blogspot.de/2012/05/jetzt-bin-ich-baff.html

    lg
    michaela

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