Die anderen Adjektive, die Amsterdam beschreiben, sind natürlich “hübsch” und “malerisch” und “faszinierend” und “voller interessanter Sehenswürdigkeiten”. Nachdem ich mit meiner Kollegin bereits an einem Konferenzabend eine einstündige Bootstour durch die Grachten unternommen hatte, war ich Freitagabend und Samstag auf mich gestellt und entschied mich, auf eigene Faust herumzuspazieren. Besonders der Grachtenring westlich der Innenstadt mit seinem Labyrinth aus kleinen, Kopfstein-gepflasterten Straßen, Brücken und Kanälen rund um die Prinsen-, Herren- und Keizersgracht hatte es mir angetan. Ich hätte stundenlang dort herumspazieren und die Atmosphäre auf mich wirken lassen können.
Freitagabend
schwammen immer wieder kleine Boote an mir vorbei, in denen Pärchen eine
romantische Spazierfahrt durch die Wasserstraßen der Stadt unternahmen – ganz
im Amsterdamer Stil, versteht sich. Aber noch häufiger tuckerten die Bötchen
unter der Last von zahlreichen Partygängern durch die Kanäle, die gemeinsam
etwas tranken und aßen, während sie sich vom zum nüchtern bleiben verdonnerten Kapitän zur nächsten Party-Location schippern ließen.
Weniger
gemächlich und ein bisschen gefährlicher waren die Hollandräder, die aus allen
Richtungen an mir vorbeizischten, so dass ich mir mehr als einmal in Erinnerung
rufen musste, darauf zu achten wo ich langging. Das kann man sich nur schwer vorstellen,
wenn man manche Räder mit ihren dekorativen Blumengirlanden oder großen Körben
sieht, in denen von Lebensmitteln bis zu ausgewachsenen Labradorhunden so
ziemlich alles transportiert wird. Aber sie können wirklich an Fahrt aufnehmen.
Ein Besuch
im Van Gogh Museum rundete das Programm für das Wochenende ab, und dann war es
auch Zeit, zum Flughafen zu fahren. Nicht nur, weil mein Flug ging, sondern
auch, weil die Stadt sich auf ein Fußballspiel zwischen den Niederlanden und
Irland vorbereitete. Überall versammelten sich Fans in orangefarbener Kluft,
wurden Bildschirme fürs Public Viewing aufgebaut und schmückten sich Bars und Kneipen
für das Match. Ich bin kein großer Fußballfan …
Aber ich werde
mit Sicherheit wieder einmal nach Amsterdam fahren, und wenn es nur ist, um
endlich mal ein paar Pannekoeken zu probieren.
No comments:
Post a Comment