11 June 2012

Reisenotizen - Amsterdam

Manchmal muss man einfach Glück haben, und so beinhaltete meine Reise nach Deutschland einen Trip mit einer Kollegin nach Amsterdam. Und noch viel glücklicher war der Umstand, dass die Konferenz, an der wir dort teilnehmen sollten, an einem Donnerstag und Freitag stattfand und ich eine Nacht anhängen und ein bisschen Sightseeing betreiben konnte. Ich war vor ein paar Jahren schon einmal in Amsterdam gewesen, so dass auch der übliche Druck, alles sehen zu wollen, wegfiel. Sprich, es waren alle Voraussetzungen für eine entspannte Stippvisite gegeben.

„Entspannt“ ist auch das vorherrschende Wort, das mir in den Sinn kommt, wenn ich an die Grachtenstadt denke. Vielleicht liegt es an dem süßlichen Rauch, der ständig durch die Straßen zieht, vielleicht tun sie etwas ins Wasser oder vielleicht lag es auch nur an mir – aber die Leute waren so entspannt und zugleich energiegeladen, so gutgelaunt, freundlich und positiv, dass es eine Wohltat war.


Die anderen Adjektive, die Amsterdam beschreiben, sind natürlich “hübsch” und “malerisch” und “faszinierend” und “voller interessanter Sehenswürdigkeiten”. Nachdem ich mit meiner Kollegin bereits an einem Konferenzabend eine einstündige Bootstour durch die Grachten unternommen hatte, war ich Freitagabend und Samstag auf mich gestellt und entschied mich, auf eigene Faust herumzuspazieren. Besonders der Grachtenring westlich der Innenstadt mit seinem Labyrinth aus kleinen, Kopfstein-gepflasterten Straßen, Brücken und Kanälen rund um die Prinsen-, Herren- und Keizersgracht hatte es mir angetan. Ich hätte stundenlang dort herumspazieren und die Atmosphäre auf mich wirken lassen können.

Freitagabend schwammen immer wieder kleine Boote an mir vorbei, in denen Pärchen eine romantische Spazierfahrt durch die Wasserstraßen der Stadt unternahmen – ganz im Amsterdamer Stil, versteht sich. Aber noch häufiger tuckerten die Bötchen unter der Last von zahlreichen Partygängern durch die Kanäle, die gemeinsam etwas tranken und aßen, während sie sich vom zum nüchtern bleiben verdonnerten Kapitän zur nächsten Party-Location schippern ließen.

Weniger gemächlich und ein bisschen gefährlicher waren die Hollandräder, die aus allen Richtungen an mir vorbeizischten, so dass ich mir mehr als einmal in Erinnerung rufen musste, darauf zu achten wo ich langging. Das kann man sich nur schwer vorstellen, wenn man manche Räder mit ihren dekorativen Blumengirlanden oder großen Körben sieht, in denen von Lebensmitteln bis zu ausgewachsenen Labradorhunden so ziemlich alles transportiert wird. Aber sie können wirklich an Fahrt aufnehmen.

Ein Besuch im Van Gogh Museum rundete das Programm für das Wochenende ab, und dann war es auch Zeit, zum Flughafen zu fahren. Nicht nur, weil mein Flug ging, sondern auch, weil die Stadt sich auf ein Fußballspiel zwischen den Niederlanden und Irland vorbereitete. Überall versammelten sich Fans in orangefarbener Kluft, wurden Bildschirme fürs Public Viewing aufgebaut und schmückten sich Bars und Kneipen für das Match. Ich bin kein großer Fußballfan …

Aber ich werde mit Sicherheit wieder einmal nach Amsterdam fahren, und wenn es nur ist, um endlich mal ein paar Pannekoeken zu probieren.

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