Nur für’s Protokoll: Wir befinden uns nicht auf einer
verrückten Jagd nach Flugmeilen. Wir versuchen einfach nur, so viele Punkte wie
möglich von unserer Südamerika-Reiseagenda für 2014 in die verbleibenden Wochen
von 2013 zu quetschen. Und Bariloche klang nach einem guten Ort, um das
diesjährige Weihnachtsfest zu verbringen.
Bariloche liegt am Ufer des Lago Nahuel Huapi und ist ein
guter Startpunkt, um die argentinische Seenlandschaft zu erkunden. Manche
behaupten, diese sei wie die Schweiz und wir sollten keine Zeit darauf
verschwenden, andere wiederum sagen, es sei die schönste Gegend Argentiniens.
Wir beschlossen, uns selber ein Bild zu machen, und sind froh, dass wir es
nicht ausgelassen haben. (Außerdem waren wir noch nie in der Schweiz, von daher
konnten wir eh keinen Vergleich anstellen.)
Bariloche ist eine kleine freundliche Stadt mit einer guten
touristischen Infrastruktur, unzähligen niedlichen Geschäften, in denen
Schokolade verkauft wird, und einer großen Auswahl an verschiedenen Restaurants.
Die Mehrzahl der Häuser sind im alpinen Stil errichtet und angesichts der vielen
Bernhardiner-Hunden in der Innenstadt hat man ständig das Gefühl, als würden
jeden Moment Heidi und der Geißen-Peter um die Ecke gebogen kommen. Die
Tatsache, dass diese Hunde geschäftstüchtigen Menschen gehören und man sich für
ein paar Pesos mit ihnen fotografieren lassen kann, schmälert den niedlichen
Gesamteindruck ein wenig.
Doch die Hauptattraktion in Bariloche ist die atemberaubend
schöne Landschaft rund um die zahlreichen Seen. Wir hatten entschieden, die
Gegend auf eigene Faust zu erkunden, und so unternahmen wir an Heilig Abend in
unserem Mietwagen einen Ausflug auf der San Pedro und Llao Llao Halbinsel und
fuhren die kleine Rundtour ab – den sogenannten Circuito Chico. Die Strecke ist ungefähr 70 km lang, doch mit all
den Photo-Stopps entlang der Route, dem kurzen Spaziergang zu den berühmten Arrayan-Bäumen
und einem Drink in der Lobby des luxuriösen Llao Llao Hotels und einer
Mittagspause in Colonia Suiza, schafften wir es gerade rechtzeitig nach
Bariloche zurück, um dort ein bisschen auf der sonnigen Terrasse des Hotels zu
relaxen und uns für das Abendessen im El Patacon fertigzumachen.
Am 1. Weihnachtstag unternahmen wir die längere Ruta de los Siete Lagos – die Runde der
sieben Seen – und fuhren entlang der Ruta 40 nach Villa La Angostura und San
Martín
de los Andes. Die pittoresken Dörfchen wirkten wegen des Feiertags ein bisschen
verlassen, doch trotz der geschlossenen Läden und der leeren Straßen konnte man
gut nachvollziehen, warum diese Orte so beliebt sind. Außerdem hatten wir nichts
dagegen, dass die Straßen beinah uns allein gehörten, während die meisten Leute
zu Hause geblieben waren und vermutlich ihr Weihnachts-Asado im Kreise der
Lieben genossen.
Alles im Allem war es ein seltsames Weihnachten. Wir hatten
schon vergangenes Jahr für uns die Erkenntnis gewonnen, dass sommerliche Temperaturen
und Weihnachten nicht gut zusammenpassen. Dieses Jahr lernten wir, dass nicht
einmal ein Alpenpanorama daran etwas ändert. Doch die vergangenen Wochen mit
all den Umzugsvorbereitungen waren sowieso schon sehr seltsam gewesen, also
passte das Weihnachtsfest im warmen, sommerlichen Bariloche ohne die restliche
Familie genau ins Konzept. Außerdem hätte ich mir nur ungern diesen
wunderschönen Teil Argentiniens entgehen lassen.


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