27 December 2013

Frohe Weihnachten 2013

Nur für’s Protokoll: Wir befinden uns nicht auf einer verrückten Jagd nach Flugmeilen. Wir versuchen einfach nur, so viele Punkte wie möglich von unserer Südamerika-Reiseagenda für 2014 in die verbleibenden Wochen von 2013 zu quetschen. Und Bariloche klang nach einem guten Ort, um das diesjährige Weihnachtsfest zu verbringen.

Bariloche liegt am Ufer des Lago Nahuel Huapi und ist ein guter Startpunkt, um die argentinische Seenlandschaft zu erkunden. Manche behaupten, diese sei wie die Schweiz und wir sollten keine Zeit darauf verschwenden, andere wiederum sagen, es sei die schönste Gegend Argentiniens. Wir beschlossen, uns selber ein Bild zu machen, und sind froh, dass wir es nicht ausgelassen haben. (Außerdem waren wir noch nie in der Schweiz, von daher konnten wir eh keinen Vergleich anstellen.)

Bariloche ist eine kleine freundliche Stadt mit einer guten touristischen Infrastruktur, unzähligen niedlichen Geschäften, in denen Schokolade verkauft wird, und einer großen Auswahl an verschiedenen Restaurants. Die Mehrzahl der Häuser sind im alpinen Stil errichtet und angesichts der vielen Bernhardiner-Hunden in der Innenstadt hat man ständig das Gefühl, als würden jeden Moment Heidi und der Geißen-Peter um die Ecke gebogen kommen. Die Tatsache, dass diese Hunde geschäftstüchtigen Menschen gehören und man sich für ein paar Pesos mit ihnen fotografieren lassen kann, schmälert den niedlichen Gesamteindruck ein wenig.

Doch die Hauptattraktion in Bariloche ist die atemberaubend schöne Landschaft rund um die zahlreichen Seen. Wir hatten entschieden, die Gegend auf eigene Faust zu erkunden, und so unternahmen wir an Heilig Abend in unserem Mietwagen einen Ausflug auf der San Pedro und Llao Llao Halbinsel und fuhren die kleine Rundtour ab – den sogenannten Circuito Chico. Die Strecke ist ungefähr 70 km lang, doch mit all den Photo-Stopps entlang der Route, dem kurzen Spaziergang zu den berühmten Arrayan-Bäumen und einem Drink in der Lobby des luxuriösen Llao Llao Hotels und einer Mittagspause in Colonia Suiza, schafften wir es gerade rechtzeitig nach Bariloche zurück, um dort ein bisschen auf der sonnigen Terrasse des Hotels zu relaxen und uns für das Abendessen im El Patacon fertigzumachen.

Am 1. Weihnachtstag unternahmen wir die längere Ruta de los Siete Lagos – die Runde der sieben Seen – und fuhren entlang der Ruta 40 nach Villa La Angostura und San Martín de los Andes. Die pittoresken Dörfchen wirkten wegen des Feiertags ein bisschen verlassen, doch trotz der geschlossenen Läden und der leeren Straßen konnte man gut nachvollziehen, warum diese Orte so beliebt sind. Außerdem hatten wir nichts dagegen, dass die Straßen beinah uns allein gehörten, während die meisten Leute zu Hause geblieben waren und vermutlich ihr Weihnachts-Asado im Kreise der Lieben genossen.

Alles im Allem war es ein seltsames Weihnachten. Wir hatten schon vergangenes Jahr für uns die Erkenntnis gewonnen, dass sommerliche Temperaturen und Weihnachten nicht gut zusammenpassen. Dieses Jahr lernten wir, dass nicht einmal ein Alpenpanorama daran etwas ändert. Doch die vergangenen Wochen mit all den Umzugsvorbereitungen waren sowieso schon sehr seltsam gewesen, also passte das Weihnachtsfest im warmen, sommerlichen Bariloche ohne die restliche Familie genau ins Konzept. Außerdem hätte ich mir nur ungern diesen wunderschönen Teil Argentiniens entgehen lassen.

Ich hoffe, ihr hattet ein friedliches und glückliches Weihnachtsfest, und wünsche euch alles Gute für 2014!

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