Das Leben ist das was passiert wenn man gerade andere Pläne
macht. Wie wahr.
Unser Aufenthalt in Argentinien hatte von Anfang an ein
Verfallsdatum, und ursprünglich war geplant gewesen, dass wir nach drei Jahren
wieder weiterziehen. Dann hatte man uns vor ein paar Monaten gefragt, ob wir
ein Jahr bis Ende 2014 verlängern könnten. Wir überlegten kurz und sagten ja.
Nun wird die Firma, die uns hierhergeschickt hat
umstrukturiert und die Position des Gatten wird überflüssig. Zum Glück hat man
ihm einen Posten in der Firmenzentrale angeboten, der obendrein gut in seine
berufliche Weiterentwicklung passt. Also werden wir Ende des Jahres nach
Deutschland zurückziehen.
Ich hätte es nie für möglich gehalten – und hätte ich eine
Wette darauf abgeschlossen, würde ich jetzt haushoch verlieren -, aber ich bin
traurig darüber. Da, ich habe es gesagt, und jetzt könnt ihr mich alle
auslachen. Aber es stimmt.
Während man meine Gefühle für Buenos Aires nicht gerade mit „Liebe
auf den ersten Blick“ umschreiben kann und ich Schwierigkeiten hatte mich
einzugewöhnen, habe ich mich irgendwann mit dem Leben hier angefreundet und
gelernt, die positiven Seiten zu sehen.
Versteht mich nicht falsch, ich möchte bestimmt nicht für
immer in Argentinien leben. Aber ich wäre gerne noch etwas länger geblieben und
hätte den Burgfrieden genossen, den ich mit Buenos Aires geschlossen hatte. Ich
hätte gerne mehr von diesen positiven Gefühlen und Begegnungen mitgenommen, die
ich in letzter Zeit erlebt habe. Denn genau darum geht es, wenn man im Ausland
lebt … oder sollte es zumindest.
Meine innere Zicke fühlt sich betrogen und motzt: “Echt
jetzt??? Ich habe mich so abgekämpft und jetzt, wo ich endlich ein bisschen Spaß
habe, muss ich weg von hier? Das kann doch nicht euer Ernst sein!”
Mein innerer Guru hält dagegen: “Du hast also diesmal länger
gebraucht, dich einzuleben? Na und, das passiert. Doch du hast auch gute Zeiten
erlebt und bist wunderbaren Menschen begegnet, und das kann dir keiner mehr
nehmen. Also hör auf zu jammern!”
Mein innerer Guru hat natürlich völlig Recht. Und genau das
werde ich tun. Ich höre auf zu jammern und versuche das Beste aus unserer
restlichen Zeit auf dieser Seite des Globus zu machen.
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