14 November 2010

Argentina: Land of Affection / Argentinien: Ein herzliches Land

We had been warned before we set off – or shall we say promised - that the Argentinians are an extremely amiable and open bunch. But that didn’t really prepare us for the extend of things at this side of the Atlantic. You should always try to avoid stereotypes, but so far we can say that the people here in Buenos Aires are very polite and friendly. And they really like to kiss. A lot.

Luckily, we didn’t come unprepared after spending the last years in Spain. There, people usually greet each other with a peck on each cheek, but no one is miffed when you opt for the German handshake instead, since this is also an accepted way at business meetings and casual encounters.

Here in Argentina, people kiss only one cheek, but then they seem to make up for missing out on the second cheek by kissing at every opportunity. Men kiss women, women kiss men, women kiss women, and, yes, men also kiss men. We were told that this happens only between men who have known each other for quite some time, but we have the feeling that this definition is a floating concept so the husband keeps a safety distance when greeting a mixed group. I don’t have that kind of problem and accept the whole thing with curious interest.

Take the office, for example. As people start to arrive in the morning, the sound of wet smacks echoes through the open-space office while everyone passes the desk of every single colleague to say hi. Then the mail girl makes her rounds pecking each cheek, followed by some delivery guy who also carries envelopes hence and forth, followed by colleagues and friends from other floors ... And the whole ritual is, of course repeated in the evening when people head home.

As a foreigner you are stuck somewhere in between. Although the Argentinians know that this kissing frenzy is not a common thing in other countries and they do understand that you might not want to join in at all times, you actually do stand out like a sore thumb if you don’t and people feel a bit uncomfortable. So I decided to forget my fear of the kissing-disease and heed to the proverb: „When in Argentina ...“

And I seem to be making progress. Yesterday, we went to the car dealer to check out a model, the dealer greeted me with a peck on the cheek and I didn’t even flinch or thought it strange. I must be getting accustomed to this place.



Man hatte uns vor unserer Abreise gewarnt – oder besser gesagt versprochen -, dass die Argentinier ein extrem herzlicher und offener Haufen sind. Doch das hat uns nicht wirklich darauf vorbereitet, wie stark dieser Charakterzug auf dieser Seite des Atlantiks ausgeprägt ist. Man sollte Stereotypen natürlich aus dem Weg gehen, aber bis jetzt können wir mit Fug und Recht behaupten, dass die Leute hier in Buenos Aires sehr höflich und freundlich sind. Und sie küssen gerne. Und das nicht zu knapp.

Zum Glück sind wir nach den Jahren in Spanien nicht ganz unvorbereitet. Dort begrüßen sich die Leute normalerweise mit einem Kuesschen auf beide Wangen, aber niemand nimmt es einem übel, wenn man sich stattdessen für einen deutschen Handschlag entscheidet, der bei Geschäftsmeetings und Treffen unter Unbekannten durchaus vertreten ist.

Hier in Argentinien küssen sich die Leute nur auf eine Wange, aber scheinbar versucht man, dies wieder dadurch wettzumachen, dass man sich bei jeder passenden Gelegenheit mit einem Bützchen begrüßt. Männer küssen Frauen, Frauen küssen Männer, Frauen küssen Frauen und, ja, Männer küssen Männer. Man hat uns versichert, dass dies nur unter guten Bekannten üblich ist, aber diese Regel scheint eher ein fließendes Konzept zu sein und daher hält der Gatte stets Sicherheitsabstand, wenn er eine gemischte Gruppe begrüßt. Ich habe damit kein Problem und beobachte die ganze Angelegenheit mit neugierigem Interesse.

So zum Beispiel im Büro. Wenn die Leute morgens bei der Arbeit eintrudeln hallt permanent ein Schmatzgeräusch durch das Großraumbüro, während jeder zur Begrüßung am Schreibtisch eines jeden Kollegen vorbeigeht. Dann macht die Frau von der Poststelle ihre Runde und verteilt Schmatzer, gefolgt von einem Kollegen, der auch irgendwelche Umschläge von hier nach da trägt, den Kollegen und Freunden aus den anderen Stockwerken ... Und das ganze Ritual wird natürlich am Abend wiederholt, wenn sich die Leute auf den Heimweg machen.


Als Ausländer hängt man irgendwo dazwischen. Die Argentinier wissen natürlich, dass diese Küsschen-Orgie in anderen Ländern nicht unbedingt normal ist, und verstehen durchaus, dass man nicht bei jeder Gelegenheit mitmachen will. Aber wenn man es nicht tut, fällt man doch aus dem Rahmen und die Beteiligten fühlen sich sichtlich unwohl. Also habe ich beschlossen, meine Angst vor dem Pfeiffer’schen Drüsenfieber beiseite zu schieben und mich getreu nach dem alten Sprichwort „Andere Länder, andere Sitten“ anzupassen.

Und ich scheine damit gute Fortschritte zu machen. Gestern waren wir beim Autohändler, um uns einen Wagen anzusehen. Der Händler begrüßte mich mit einem Küsschen, und ich fand das ganz normal. Scheinbar gewöhne ich mich langsam ein.

1 comment:

  1. das klingt ja ganz nett bei Euch, ich kenn da eine, der würde das auch gefallen ;-)

    LG aus dem kalten Düsseldorf
    michaela

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